Notiz_28



Ich möchte alles machen. Alles. Es ist der Frühling wahrscheinlich, die Wärme der Stadt, die sich bis in den Abend hinzieht, und diese dünne Wolkenschicht, die den Himmel klar und sternlos und ewig erscheinen lässt. Die Wucht der Anfänge klopft in meiner Brust.
            Du hast zu viel russische Literatur gelesen.
Vera sitzt auf der hohen Kommode und lässt die Beine baumeln. Sie schaut mich amüsiert an, lächelnd.
Wahrscheinlich habe ich das, ja. Ich bewege mich wieder in einer wirklichkeitsnahen Landschaft, wo die Umgebung treu dargestellt ist, nur ich, ich bin anders.
Gleich überkommt mich die Müdigkeit wieder, die Erinnerung, an was ich machen sollte und doch nicht mache.
Im Traum möchte ich alles machen. Besser noch: Im Traum möchte ich alles gemacht haben, ich möchte hinter mich blicken und eine bebaute Welt sehen.
Vera springt von der Kommode herunter und liegt sie sich neben mir ins Bett.
            Hör auf zu schreiben jetzt. Schlaf. Du sollst schlafen.
Ich sehe ihr sanftes, anmutiges Lächeln und es gibt mir Kraft und Müdigkeit zugleich. Meine Augen gehen zu.




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